Professor Carl Schillings, geb. 11. Dez. 1865 zu Gürzenich. Machte auf vier Reisen in Ostafrika zoologische Forschungen und Aufnahmen von wildlebenden Tieren in Freiheit ("Natururkunden", nicht retouchiert oder sonst geändert als Dokumente des Freilebens der Tiere). Schriftstellerische und Vortragstätigkeit auf dem Gebiete des Naturschutzes (speziell des Vogelschutzes und des kolonialen Naturschutzes). Schriften: Mit Blitzlicht und Büchse, Lpz. 1907 (3. Abdr.); Der Zauber des Eleléscho, Lpz. 1906. Er interessierte sich seit seiner Jugendzeit für die heimische Tierwelt. Im Park um den Weiherhof stellte er seine Beobachtungen an. Bald interessierte er sich auch für die damals noch junge Kunst des Fotografierens. Hier machte er seine ersten Freilichtaufnahmen.
Die erste seiner insgesamt vier Expeditionen in den schwarzen Erdteil unternahm er 1896. Hier war er von der Vielfalt der Tierwelt überwältigt. Seine grosse Leidenschaft galt der Grosswildjagd. Dies war damals durchaus mit dem Tierschutzgedanken zu vereinbaren. Mehrmals geriet er in gefährliche Situationen. Die Trophäen seiner Jagden ließ er von dem Gürzenicher Wilhelm Orgeich präparieren und gab sie als Anschauungsmaterial an deutsche Museen. Wilhelm Orgeich begleitete ihn auf zweien seiner Expeditionen.
Überdies fing er Jungtiere im afrikanischen Busch um sie lebend nach Europa zu bringen. Meistens übergab er sie an seinen Freund Prof. Heck, seinerzeit Direktor des Berliner Zoos. [Davor war Prof. Heck Leiter des Kölner Zoo’s] Carl Georg Schillings entdeckte mehrere damals noch unbekannte Tierarten die seinen Namen tragen, darunter eine Giraffenart.
Carl Georg Schillings kann man als einen der ersten großen Naturschützer bezeichnen. Obwohl er ein leidenschaftlicher Jäger war, hatte er schon früh den Zusammenhang zwischen Naturschutz und Ökologie erkannt. Bereits in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts schuf er einzigartige Tieraufnahmen in freier Wildbahn in Deutsch-Ost-Afrika, im heutigen Tansania.
Er verfasste mehrere Bücher. Berühmt sind vor allem seine Bücher “Mit Blitzlicht und Büchse” und ”Der Zauber des Elelescho”. Die Originalausgaben der Bücher waren reich illustriert mit jeweils mehreren hundert Fotos, die in freier Wildbahn von ihm selbst gemacht wurden. Besonders in den zwanziger Jahren erschienen mehrere “Volksausgaben” seiner Werke. Diese enthielten jedoch nicht alle Aufnahmen.
Man kann sich heute nicht vorstellen, mit welcher Energie und welchem Aufwand er in diese Aufnahmen im Herzen Afrikas auf nassen Collodium-Platten schuf. Es gab zu dieser Zeit ja noch keine Negativ- oder Dia-Filme und die Glasplatten, auf denen diese Aufnahmen gemacht wurden, waren enorm empfindlich und bruchgefährdet. Seine Fotoapparate wurden speziell für diese Expeditionen entwickelt. Sie waren nach heutigen Maßstäben reine Ungetüme und wogen mehrere Kilo.
Seine Bücher waren weltberühmt und fanden vor allem in den angelsächsischen Ländern reissenden Absatz. In Amerika trugen sie wesentlich zur Förderung des Naturschutzgedankens bei. Zu diesem Zweck unternahm er Vortragsreisen in Deutschland und England und sprach dort vor der Royal Zoological Society. Seine Vorträge fanden hohen Anklang. So wurde er mit dem Entwurf eines Naturschutzgesetzes beauftragt. Bedingt durch den I. Weltkrieg wurde dieses Unterfangen nicht vollendet.
Carl Georg Schillings starb am 24. 01. 1921 in Berlin an den Spätfolgen der Krankheiten, besonders der Malaria, die er sich auf seinen Expeditionen zugezogen hatte.
Den folgenden Eintrag fand ich in der “Encyclopedia Britannica”, bzw. unter “Wissen.de”
“Schillings, a German, was an astute observer and photographer of African wildlife besides being an able big-game hunter. Much of his photographic efforts were in the brush country near Mt. Kilimanjaro and the Njirii Swamps in old German East Africa. There are numerous instances of hunting elephant, rhino, buffalo, hippo, lion, leopard, and various species of antelope. The author was a pioneer in night photography and captured wonderful images of predators on the prowl”.
Übersetzung:
"Schillings, ein Deutscher, war ein scharfsinniger Beobachter und Photograph afrikanischen Tierlebens und ein fähiger Grosswildjäger. Viele seiner Photographien entstanden im Buschland des Mount Kilimandjaro und in den Njirii Sümpfen im ehemaligen Deutsch-Ostafrika (im heutigen Tansania; die Serengeti befindet sich nordwestlich dieses Gebietes). Es existieren zahlreiche Beispiele von der Jagd auf Elephant, Nashorn, Büffel,Flusspferd, Löwe Leopard und verschiedener Antilopenarten. Der Autor war ein Vorkämpfer der Nachtphotographie und er machte wunderbare Bilder von Raubtieren auf dem Beutezug.
Aus WISSEN.DE:
Schillings, Karl Georg, deutscher Forschungsreisender,
* 11. 12. 1865 Düren, † 29. 1. 1921 Berlin;
Bruder von Max von Schillings; bereiste Afrika; Pionier der Naturschutzbewegung und der
Tierfotografie. Hauptwerk:
"Mit Blitzlicht und Büchse" 1905.
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Einen weiteren, wenn auch nicht ganz so berühmten Gürzenicher, sollte man hier aber auch nicht vergessen: Wilhelm Orgeich. Er war der Päparator von C. G. Schillings und “Herrscher” über die aus mehr als zweihundert Eingeborenen bestehende Helferschar.
Ohne diesen treuen Freund hätte Schillings, der im Gegensatz zu Wilhelm Orgeich mehrfach an Malaria erkrankte, seine Expeditionen nicht so durchführenn können. Er begleitete Schillings auf zweien seiner insgesamt vier Expeditionen.
Hier finden Sie eine Karte des Expeditionsgebietes
