Carl Georg Schillings
Professor Carl Schillings, geb. 11. Dez. 1865 zu Gürzenich. Machte auf vier Reisen in Ostafrika zoologische Forschungen und Aufnahmen von wildlebenden Tieren in Freiheit ("Natururkunden", nicht retouchiert oder sonst geändert als Dokumente des Freilebens der Tiere). Schriftstellerische und Vortragstätigkeit auf dem Gebiete des Naturschutzes (speziell des Vogelschutzes und des kolonialen Naturschutzes). Schriften: Mit Blitzlicht und Büchse, Lpz. 1907 (3. Abdr.); Der Zauber des Eleléscho, Lpz. 1906. Er verstarb unerwartet am 29. 01. 1921 in Berlin.
Carl Georg Schillings wurde weltbekannt als Afrikaforscher und Schriftsteller.
In den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts unternahm er mehrmals Forschungsreisen in das Gebiet des heutigen Tansania, damals bekannt als Deutsch-Ostafrika oder Tanganyika. Vor allem dienten seine Reisen dazu, Freilicht- und Blitzlichtaufnahmen von afrikanischem Großwild zu machen. Bei den Aufnahmen ging Schillings für damalige Zeiten aufsehenerregende Wege. Seine Kameras waren Spezialanfertigungen der Optischen Werke C. P. Goerz A.G. aus Berlin-Friedenau.
Von seinen Reisen brachte er erstmalig Blitzlichtaufnahmen von frei lebenden Tieren mit nach Hause. Heutzutage, in Zeiten von Spiegelreflex- und Digitalfotografie, erscheint uns das als selbstverständlich, doch damals steckte die Fotografie noch in den Kinderschuhen. Die Apparate waren schwer und klobig, zumeist aus Holz und Messing gefertigt; und statt auf Film wurden die Bilder auf nassen Kollodium- oder Trockenplatten aufgenommen. Sehr leicht zerbrachen die Glasplatten auf dem Transport und sie konnten oft nicht wieder hergestellt werden. In den Tropen versuchte er auch den damals gebräuchlichen Film. Der war jedoch nicht zu gebrauchen weil die große Hitze die lichtempfindliche Schicht auflöste und der Film aneinanderklebte. Die optische Industrie verdankt ihm durch seine Erfahrung viele Verbesserungen.
Die Druckstöcke wurden nicht, wie sonst üblich, nach Papierabzügen hergestellt, sondern von Glasdiapositiven. Keine der wiedergegebenen Aufnahmen noch die Glasdipositive wurden retouchiert. Von den Dias wurden in der Graphischen Kunstanstalt von Wilhelm Langenbruch in Berlin Druckstöcke in Netzabzug (Autotypie) hergestellt. Seine Aufnahmen wurden daher von seinem Freund Prof. Dr. Luwig Heck auch “Natururkunden” genannt.
Die uns heute bekannte Kleinbildfotografie wurde 1925 mit der Erfindung der LEICA-Kamera populär. Erst als die 1935 von Kodak, bzw. 1936 von AGFA eingeführte Umkehrfotografie sich durchsetzte wurde die Farbfotografie bekannt.
Auch war das Blitzlicht damals nicht so ungefährlich wie heute. Man benutzte Magnesiumpulver als “Leuchtmittel”, was zu vielen, manchmal sogar tödlichen Unfällen führte.
Die ersten Versuche von Tieraufnahmen in der freien Natur machte er im Park des Weiherhofes. Hier erprobte er auch seine Waffen, tatkräftig unterstützt durch seinen späteren Begleiter und Präparator Wilhelm Orgeich.
Schillings unternahm seine Expeditionen vor allem im Gebiet des Kilimandjaro. Diese Gegend wurde vor allem von kriegerischen Massai bevölkert. Als Ergebnis dieser Reisen erschienen die beiden Bücher “Mit Blitzlicht und Büchse” und “Im Zauber des Elelescho”, jeweils reich illustriert mit etwa 350 Abbildungen. Die Schilderungen seiner Jagdabenteuer und seiner Expeditionsberichte können noch heute den Leser, auch Jugendliche, begeistern. Insbesondere wenn man sich seine Erkenntnisse über die Zerstörung der Natur und der Kultur der eingeborenen Völker vor Augen führt.
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Wilhelm Orgeich und Carl Georg Schillings
Die Werke Schillings erschienen in verhätnismäßig hohen Auflagen. Später erschienen die sogenannten Volksausgaben für nicht so begüterten Kreise. Diese waren im Text gekürzt und auch nicht so reich bebildert. Übersetzungen seiner Werke fanden vor allem in England und Amerika reissenden Absatz. Sie trugen wesentlich zum Naturschutzgedanken in der neuen Welt bei. Präsident Roosevelt persönlich interessierte sich dafür.
